Erinnerungskultur für Flucht und Vertreibung soll gestärkt werden



Politik, Verwaltung und Bund der Vertriebenen beraten über Gedenkstätten, Nachwuchsarbeit und den Erhalt historischer Erinnerung



Auf Initiative des Landtagsabgeordneten und stellvertretenden BdV-Landesvorsitzenden Josef Zellmeier, MdL (Dritter von links), kamen die BdV-Bezirksspitze mit Vorsitzendem Eduard Neuberger (Dritter von rechts) und den drei stellvertretenden Vorsitzenden Rudi Schnur (Zweiter von links), Damian Bednarski (links) und Helmuth Zink (rechts), Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Vierter von links), die ehemalige Landtagsabgeordnete Reserl Sem und Regierungspräsident Rainer Haselbeck zu einem Austausch über die Zukunft der Erinnerungskultur zusammen.


Geschichte bewahren, Gedenken erhalten, Generationen erreichen


Politik und Verwaltung im Austausch mit Bund der Vertriebenen: Wertschätzung für Engagement und Integrationsleistung


„Wer Heimat bewahren will, muss auch ihre Geschichte lebendig halten“: Unter diesem Leitgedanken, der auch den jüngsten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung am vergangenen Sonntag prägte, tauschten sich auf Initiative des Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen (BdV), Josef Zellmeier, MdL, der BdV-Bezirksvorstand Niederbayern mit Eduard Neuberger an der Spitze, die ehemalige Abgeordnete Reserl Sem, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Regierungspräsident Rainer Haselbeck über die Zukunft der Erinnerungskultur aus. Beim Treffen ging es insbesondere um die Arbeit des BdV und seiner Landsmannschaften, die Gewinnung junger Mitglieder für die Verbandsarbeit sowie den dauerhaften Erhalt von Gedenkstätten.


Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mussten aufgrund von Flucht und Vertreibung rund 15 Millionen Deutsche aus den ehemaligen deutschen Ostprovinzen, dem Sudetenland und den Siedlungsgebieten ihre Heimat verlassen. In Folge dessen kamen circa drei Millionen deutsche Heimatvertriebene nach Bayern. „Der Bund der Vertriebenen und seine Landsmannschaften halten die Erinnerungen an dieses Schicksal wach“, betonte der Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier, MdL, der selbst familiäre Wurzeln in einer Vertriebenenfamilie hat und sich seit Jahrzehnten in verschiedenen Ehrenämtern für Heimatvertriebene und Aussiedler engagiert, darunter auch als Landesvorsitzender der „Karpatendeutsche Landsmannschaft“.


Prägendes Erbe: Integrationsleistung Heimatvertriebener große Erfolgsgeschichte


Zellmeier hob den Einsatz der BdV-Mitglieder und landsmannschaftlichen Gruppen in Bayern wertschätzend hervor: „Die Integrationsleistung der Heimatvertriebenen gehört zu den großen Erfolgsgeschichten unseres Landes. Allein die Zahl der hier lebenden Vertriebenen und Aussiedler zeigt, wie prägend dieses Erbe bis heute für unser Land ist. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Landsmannschaften wären die Erinnerung an Flucht und Vertreibung, die Pflege der Kultur und Traditionen und das Wissen um die Lebensleistung der Heimatvertriebenen für Bayern längst nicht mehr so lebendig. Ihre Erinnerungsarbeit mahnt uns zugleich, Frieden, Freiheit und unsere demokratischen Werte niemals als selbstverständlich zu betrachten. Umso wichtiger ist es, dieses bedeutende Engagement zu unterstützen und ihre Geschichte für nächste Generationen sichtbar zu halten.“


Wie Zellmeier als Vorsitzender des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen ergänzte, unterstreiche der Freistaat Bayern diese Wertschätzung mit vielfältigen Investitionen und finanzieller Unterstützung, zuletzt auch durch Mittel für das „Haus der Heimat“ in Landshut, für das über 1,6 Millionen Euro bereitgestellt wurden.


Anliegen: Kommunen als Partner für Erhalt von Gedenkstätten gewinnen


Der BdV-Bezirksvorsitzende Eduard Neuberger dankte für die große Wertschätzung, die der Arbeit des Dachverbandes und vor allem auch den in Niederbayern engagierten Landsmannschaften entgegengebracht wird.


An die Worte Zellmeiers anknüpfend, Geschichte sichtbar zu halten, stellte er das zentrale Anliegen des Verbandes heraus: den dauerhaften Erhalt der Gedenkstätten für Flucht und Vertreibung. Viele dieser Erinnerungsorte, die sich größtenteils im Eigentum der Städte und Gemeinden befinden, werden mit großem ehrenamtlichen Engagement von Mitgliedern der Landsmannschaften gepflegt. Mit Blick auf den demografischen Wandel, so Neuberger, werde es für die Landsmannschaften zunehmend schwieriger, diese Aufgabe alleine zu leisten: „Es ist uns daher ein Herzensanliegen, die Städte und Gemeinden als Partner für den langfristigen Erhalt der Gedenkstätten zu gewinnen. Wir wissen, dass die Kommunen dabei oftmals an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Umso wichtiger wäre es, gemeinsam Wege zu finden, wie Städte und Gemeinden den Erhalt dieser Denkmäler als Teil ihrer lokalen Erinnerungskultur künftig noch stärker begleiten und unterstützen können.“


„Dafür braucht es vor allem Bewusstsein“


Die ehemalige Landtagsabgeordnete Reserl Sem, die sich seit vielen Jahren mit großem persönlichem Einsatz auch für das Vertriebenendenkmal in Tann engagiert, unterstützt dieses Anliegen: „In Tann erleben wir, wie gut Erinnerungskultur gelingen kann, wenn Ehrenamt und Kommune an einem Strang ziehen. Dieses Bewusstsein wünsche ich mir auch an anderen Orten. Unsere Aufgabe ist es deshalb, dafür zu sensibilisieren, dass diese Gedenkstätten Teil unserer Heimatgeschichte sind. Denn wo dieses Verständnis wächst, wächst oft auch die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung für ihren Erhalt zu übernehmen. So können wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Erinnerung an Flucht und Vertreibung und die Botschaft von Frieden und Versöhnung auch für kommende Generationen lebendig bleibt.“


Unterstützung für Erhalt wichtiger Erinnerungsorte


Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der zugleich Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege ist, zeigte sich offen für das Anliegen des BdV-Bezirksvorstands und signalisierte Unterstützung: „Der Bund der Vertriebenen leistet sehr wertvolle Arbeit, um unser heimatgeschichtliches Erbe zu bewahren und Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zu schlagen. Das verdient große Anerkennung. Herkunft und Zukunft gehören zusammen – genau deshalb ist dieses Thema auch für die Heimatpflege von großer Bedeutung. Die Gedenkstätten erinnern nicht nur an Vergangenes, sondern sind Teil unserer Heimatgeschichte und für viele Menschen eng mit der eigenen Familiengeschichte verbunden. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für ihren Wert und ihre Bedeutung weiter zu stärken.“


Heinrich sicherte zu, das Thema bei einer der nächsten Tagungen der bayerischen Stadt- und Kreisheimatpfleger einzubringen: „Über unser Netzwerk können wir für die Bedeutung der lokalen Gedenkstätten sensibilisieren und positive Beispiele aufzeigen, wie ihr Erhalt gelingen kann.“


„Erinnerungskultur ist gelebte Demokratiearbeit“


Regierungspräsident Rainer Haselbeck betonte die besondere Bedeutung der Erinnerungskultur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Flucht und Vertreibung sind Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Gerade in der heutigen Zeit zeigt sich, wie wichtig Erinnerungskultur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie ist. Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen, die dieses Bewusstsein lebendig halten und besonders jungen Menschen weitergeben.“


Neue Generationen gewinnen



Neben den aktuellen Herausforderungen stellten die Vertreter der Landsmannschaften, darunter Rudi Schnur für Schlesien, Damian Bednarski für Oberschlesien und Helmuth Zink für die Siebenbürger Sachsen ihre vielfältige Arbeit vor – von kulturellen Veranstaltungen, wie die anstehende Wallfahrt nach Altötting, über Brauchtumspflege bis hin zu Kinder- und Jugendarbeit. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass die Gewinnung jüngerer Mitglieder eine der zentralen Aufgaben für die Zukunft bleibt. Ein wichtiger Ansatzpunkt sei, Schulen noch stärker einzubinden und junge Menschen durch Projekte, Begegnungen und Zeitzeugengespräche für die Geschichte von Flucht und Vertreibung zu sensibilisieren.


Interessierte, die sich engagieren oder mehr über die Arbeit der Landsmannschaften erfahren möchten, können sich beim Bezirksvorstand des Bundes der Vertriebenen (BdV) Niederbayern, Eduard Neuberger, unter Telefon 0176-66114381 oder per E-Mail an Lmdr.neuberger@gmx.de wenden. Informationen gibt es auch unter www.bdv-bayern.de.


100 Jahre Walter Schmidt

Tag der Heimat 2026


Ein Teil der kulturellen Vielfalt

Vertriebenenverbände präsentierten sich auf Tag der Heimat


Die von den aus ihrer Heimat Vertriebenen mitgebrachte Kultur ist auch Teil der kulturellen Vielfalt Landshuts. Dies wurde in den Aufführungen zum Tag der Heimat am Samstag, 17. Januar 2026 im Pfarrheim St. Martin deutlich. In den Reden zu dieser vom Bund der Vertriebenen (BdV) Landshut initiierten Veranstaltung manifestierte sich aber auch: Die Landshuter Vertriebenenverbände vermissen ein Haus der Heimat. 

Erstmals seit Jahren gab es in Landshut wieder einen Tag der Heimat, der die Kultur der Heimatvertriebenen in Szene setzte, aber auch für die gute Integration der nach dem Krieg hier heimisch Gewordenen stand. Insbesondere der Nachwuchs der Ortsgruppen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland unter ihrer Vorsitzenden Helene Hermann und der Siebenbürger Sachsen zeigte in seinen tänzerischen und musikalischen Darbietungen, dass die Kultur ihrer Vorfahren lebendig ist. Im gemeinsamen Singen alter deutscher Weisen zeigten sich alle Landsmannschaften verbunden. Organisatorisch haben Franz-Josef Prokosch und seine Schlesier tatkräftig mitgewirkt und unter anderem für das leibliche Wohl gesorgt. Dazu trugen auch von Kretschmar’s Backstube gespendete Torten bei. 

BdV-Landesvorsitzender Christian Knauer sprach auf dieser vom BdV-Kreis- und stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Stadtrat Rudolf Schnur moderierten Veranstaltung vom Kulturgut der Heimatvertriebenen als von einem Teil des gesamtdeutschen Kulturguts. Den Nachwuchs rief Knauer auf, soweit dies noch möglich ist, die noch lebenden Vorfahren nach ihren Erinnerungen an die alte Heimat zu fragen und das so Erfahrene festzuhalten. Der von Knauer mitgebrachte Film „Wir dürfen nicht vergessen“ beleuchtete die Schicksale der deutschen Bevölkerung, die durch die Folgen des Kriegs ihre Heimat verlassen musste. 

Die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, MdL Dr. Petra Loibl sagte zu dem vom BdV seit Langem gehegten Wunsch nach einem Landshuter Haus der Heimat: „Ich denke, wir werden in Landshut auf allen Ebenen gemeinschaftlich zeitnah eine Lösung finden“. Ein würdiges Haus der Heimat stehe auf der Agenda ganz oben. Zwar gelte für den anstehenden bayerischen Doppelhaushalt 2026/27 ein Sparzwang, aber im Etat der Aussiedler und Spätaussiedler werde nicht auf die Bremse getreten. Freilich gehe es nicht allein um Geld, sondern auch um geeignete Gebäude und individuelle Belange. Dr. Loibl nannte die Vertriebenenverbände die Brückenbauer, wenn es darum geht, die Erinnerungskultur mit der Realpolitik in Einklang zu bringen. Die Jugend sah Dr. Loibl als gute Botschafter der Vertriebenenverbände. Die Abgeordnete regte einen verstärkten Jugendaustausch mit dem östlichen Europa an.

Der Bezirksvorsitzende des BdV Niederbayern, Eduard Neuberger artikulierte: „Dieser Verband lebt vom persönlichen Einsatz, vom Miteinander und von einer tiefen Verbundenheit untereinander“. Im Verband sähen viele ein Stück Heimat: Einen Ort der Begegnung, des Erinnerns, des Austauschs und der Gemeinschaft. 


Für zwei Mitglieder der Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien hatte Knauer je eine Ehrenurkunde mitgebracht. Margot Geiger und Ehrenvorstand Hans J. Kupke wurden damit für ihr langjähriges Engagement für den Deutschen Freundschaftskreis im Bezirk Schlesien geehrt. Margot Geiger ist in diesem Freundschaftskreis Schatzmeisterin, Hans J. Kupke Bezirksvorsitzender.

Die Vorsitzende des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und der Kreisgruppe Landshut, Kerstin Arz verdeutlichte, dass der hier praktizierte generationenübergreifende Austausch Heimat sich weiterentwickeln lässt – durch Gespräche, Zuhören und gemeinsames Gestalten. Heimat entstehe dort, wo Menschen sich einbringen und gesehen werden.

Weihnachtsfeier


Mit Kaffee und Plätzchen auf Weihnachten eingestimmt


In geselliger Runde saßen die Mitglieder der Landsmannschaft Schlesien zu ihrer Weihnachtsfeier 2025 am 6. Dezember im Saal des Lokals „Zum 09er Wirt“ zusammen. Bestens unterhalten wurden sie dabei von Rudi Richter und der 22er-Klarinetten-Musik sowie dem Kinderchor der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Orts- und Kreisgruppe Landshut. Mit ihrer schwungvollen und zugleich einfühlsamen Volksmusik sorgte die Klarinetten-Musik für eine gemütliche Atmosphäre. 

Rudi Richter las die beiden weihnachtlichen Geschichten „Die gerupfte Gans“ und „Das Finanzamt“ vor. Der Kinderchor erntete mit seinen Musik- und Gesangsstücken, auch als Solo vorgetragen, viel Applaus. Die Vorsitzende der Deutschen aus Russland Helene Hermann moderierte das dargebotene Programm und stellte die Aktivitäten ihrer Landsmannschaft vor. Ihr zur Seite stand Elvira Gillert, ebenfalls von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland.


Eingangs hatte Vorsitzender Franz Prokosch die Gäste begrüßt, unter ihnen auch Heike Hendorfer als Vertreterin des Evangelischen Dekanats Landshut. Prokosch rief die weihnachtlichen Bilder aus der alten Heimat in Erinnerung: Schlesische Lieder, Düfte, Bräuche – und das Gefühl, dass Traditionen uns tragen, auch wenn sich die Welt um uns herum verändert. Diese Erinnerungen bewahrten wir nicht aus Nostalgie allein, sondern weil sie uns eine Geschichte geben, die weitergeht. Sie ließen uns nicht vergessen, woher wir kommen und was uns miteinander verbindet. „Hier in Landshut“, so Prokosch, „fern der schlesischen Berge, Wälder und Städte, pflegen wir diese Kultur weiter“.



Zweiter Vorsitzender Rudolf Schnur hatte für die Mitglieder eine erfreuliche Nachricht: Die jahrelang andauernde Suche nach einem Haus der Heimat könnte von einem Erfolg gekrönt sein. Derzeit lote man die Möglichkeiten des Unterhalts eines zum Kauf angebotenen Hauses mit Gartenfläche aus. Die Finanzierung des Kaufs wäre gesichert. Die anwesenden Mitglieder votierten für eine Weiterverfolgung dieses Projekts.

Neue Vorstandschaft, alte Ziele: Haus der Heimat bleibt Herzensanliegen der Schlesier


Weiteres Festhalten an den Zielen
Die Landsmannschaft der Schlesier hat ihre Vorstandschaft einstimmig gewählt.
Der Orts- und Kreisverband Landshut der Landsmannschaft Schlesien hält auch nach einer Neuwahl der Vorstandschaft am Ziel der Realisierung geeigneter Räumlichkeiten für ein Haus der Heimat fest. Dies bekräftigte der in seinem Amt einstimmig bestätigte zweite Vorsitzende Rudolf Schnur bei der Jahreshauptversammlung am Samstag im Lokal „Zum 09er-Wirt“.


Dem Bericht von Vorsitzendem Franz Prokosch war zu entnehmen, dass die abgelaufene Periode von drei Jahren geprägt war von dem Bemühen, gemeinsam mit dem Bund der Vertriebenen (BdV) geeignete Räumlichkeiten für ein gemeinsames Haus aller in Landshut vertretenen Landsmannschaften zu etablieren. Hier sollten Archiv, Ausstellungen und Vereinsarbeit der jeweiligen Verbände eine feste Unterkunft finden. Aktuell werde die Möglichkeit einer dauerhaften Bleibe in Schönbrunn ausgelotet. Hier seien entsprechende Räume angeboten worden.


Gegenüber der von der Stadt bislang favorisierten Möglichkeit einer Einquartierung in der Martinsschule zeigte sich Prokosch skeptisch. Sanierungsmöglichkeit, -kosten und Fördermittelverwendung seien nicht endgültig definiert. Zuvor seien zwei weitere Optionen gescheitert. Die Ablehnung eines Hauses der Heimat im Dachgeschoss des Nikolausheim habe die Stadt mit dem Verweis auf die Obdachlosenunterbringung in dem Haus, die angeblich nicht zu den Vereinszwecken passen würde, abgelehnt. Dabei hätte es eine Förderquote von 90 Prozent gegeben. Als Ersatz habe der BdV dann ein Gebäude in der Siemensstraße vorgeschlagen. Dafür habe der Haushaltsausschuss und das Haushaltsplenum des Stadtrats grünes Licht gegeben, unter der Bedingung, dass der Stadt außer dem Verkaufserlös des Hauses der Heimat in der Kolpingsstraße keine zusätzlichen Kosten entstehen. Nach Einschätzung von Prokosch übertrifft der Erlös aus dem Verkauf des ehemaligen Hauses der Heimat den fehlenden zehn-Prozent-Eigenanteil der Stadt um ein Vielfaches.


Der Vorsitzende bezeichnete die aktuelle Unterbringung der in Umzugskartons verpackten Kulturgüter der Schlesier im ersten Stock der Martinsschule als unbefriedigend. Dies seien lediglich nicht barrierefreie temporäre Lager- und Versammlungsräume. Prokosch zeigte sich enttäuscht, wie die Stadt insbesondere mit den Schlesiern umgeht, die Landshut mit wiederaufgebaut haben. Er dankte den engagierten Mitgliedern für ihre Unterstützung beim zweimaligen Umzug innerhalb eines Jahres.
Links liegen gelassen


Zweiter Vorsitzender Rudolf Schnur, der auch Kreisvorsitzender und stellvertretender Bezirksvorsitzender des BdV ist, monierte, dass die Schlesier seit 21 Jahren keine geeigneten Ausstellungsgelegenheiten haben und dadurch keine Möglichkeiten haben, Schülerinnen und Schüler die jüngere Geschichte nahe zu bringen. Mit Blick auf die Stadt stellte Schnur fest: „Das ist scheinbar so geplant und gewollt“. Man könne nicht, wie geschehen, die Landsmannschaften 21 Jahre lang desavouieren und dann sagen, ihr habt keine öffentlichen Aktivitäten und Mitglieder mehr. „Das ist fast zynisch“.


Die Neuwahl der Vorstandschaft brachte folgendes jeweils einstimmiges Ergebnis: Erster Vorsitzender Franz Prokosch, seine Stellvertreter sind Rudolf Schnur und Josef Meier, der Schatzmeister Reinhard Mohaupt und der Schriftführer Winfried Walter. Kassenprüfer sind Herbert Panek und Reinhard Wendrich.


Rosemarie Schwenkert ist aus der Vorstandschaft ausgeschieden. Sie wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Geehrt wurden folgende Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft: Je 25 Jahre: Inge Eder, Manfred Fischer, Hannelore Neser, Renate Thür. Je 20 Jahre: Sabine Platiel, Hannelore Stuckenberger. 15 Jahre: Willibald Kappl. Je zehn Jahre: Dr. Thomas Haslinger, Rudolf Schnur.

Totengedenken - Bewahrung des Erbes angemahnt

Dekanin Dr. Nina Lubomierski begleitete das Totengedenken der Schlesier.


Der Tradition folgend hielt die Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien Landshut e. V., am Totensonntag eine Feier zum Gedenken der Toten. Die Schlesische Gedenkstätte auf dem Hauptfriedhof war dafür der geeignete Ort.


Die musikalische Umrahmung gestaltete eine Bläsergruppe der Siebenbürger Sachsen. Dekanin Dr. Nina Lubomierski begleitete die Feier mit Wort und Gebet. Das Gedenken an die Toten wird aufgrund eines Dekretes von Preußen-König Friedrich II. unter anderem für seinen Machtbereich im überwiegend evangelischen Niederschlesien und nun als Tradition fortgeführt.


Der Vorsitzende Franz Prokosch widmete das Gedenken denen, die im Tod vorausgegangen sind und der Erinnerung an die schlesische Heimat. „Auch wenn wir Schlesien verloren haben, bleibt es doch tief in unseren Herzen verwurzelt“. Der Verlust der Heimat, der durch Krieg und Vertreibung ausgelöst wurde, sei schmerzlich. Doch gerade an diesem Tag werde bewusst, wie wichtig es ist, das Erbe der Schlesier zu bewahren. Kultur, Sprache, Traditionen, sie lebten in den Schlesiern weiter und sollten von ihnen in die Zukunft getragen werden.



Dekanin Dr. Lubomierski erinnerte an ihre eigenen schlesischen Wurzeln. Sie stellte die Frage, wie wir das behandeln, was wir geerbt haben. Dies gelte auch für die Demokratie und für Sicherheit und Stabilität. Dabei klammerte die Dekanin die Frage nicht aus, wie die Kirche mit ihren eigenen Gebäuden umgeht. Jeder müsse sich die Frage stellen „Was machen wir, um das Erbe der Generationen vor uns zu bewahren?“


Jubilare

Zum 90.

die Goldene Ehrennadel der Schlesier für Frau Schwenkert


Anlässlich ihres 90. Geburtstags wurde Frau Rosemarie Schwenkert mit der Goldenen Ehrennadel des Bundesverbandes der Landsmannschaft der Nieder- und Oberschlesien e.V. ausgezeichnet. 


Die feierliche Verleihung übernahmen Herr Franz Prokosch, 1. Vorsitzender der Nieder- und Oberschlesier in Landshut e.V., sowie Rudolf Schnur, Stadtrat und Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen Landshut , sowie stellvertretender Vorsitzender der Landsmannschaft der Nieder- und Oberschlesier Orts- und Kreisverband Landshut e.V.

In einer persönlichen Laudatio wurde Rosemarie Schwenkerts jahrzehntelanger Einsatz gewürdigt: als langjährige Stadträtin, als engagierte Stimme für soziale Gerechtigkeit und als überzeugte Vertreterin schlesischer Kultur und Tradition in Landshut.


„Ein ganzes Leben voller Tatkraft, Weitblick und Engagement liegt hinter Ihnen“, hieß es in den Glückwünschen. Ihr politisches Wirken habe bleibende Spuren hinterlassen – ebenso wie ihr herzliches und zugleich standhaftes Wesen als Tochter Schlesiens.Die Auszeichnung würdigt nicht nur ein außergewöhnliches Lebenswerk, sondern steht auch für gelebte Verbundenheit mit der Heimat, mit Tradition und Verantwortung über Generationen hinweg.


Die Geehrte zeigte sich tief bewegt und dankbar für die hohe Auszeichnung und die persönliche Anerkennung an diesem besonderen Tag. Die Feier im Kreise von Familie, Freunden und Wegbegleitern war geprägt von Wertschätzung, Dankbarkeit und gelebter Erinnerungskultur.






Die Schlesier gratulierten

Walter Schmidt zum

99. Lebensjahr


Zur Vollendung seines 99. Lebensjahres gratulierte der Vorstand, vertreten durch Franz Prokosch und Stadtrat Rudolf Schnur, des Kreisverbandes der Schlesier in Landshut ihrem Mitglied Walter Schmidt auf das herzlichste.


1. Vorsitzender Franz Prokosch lies den Jubilar in seiner Laudatio hochleben und bezeichnete ihn als „Schlesisches Unikat“ mit viel Humor, Fleiß und Lebensklugheit, sowie Lebensfreude.
Gemeinsam mit anderen Gratulanten wurde dessen hochinteressanten Lebensberichten gelauscht und sein Ehrentag gefeiert.